dorovin balaton laupheimer 10

D‘Oro Vin, der weisse Wein vom Balaton

Der Balaton, vielen auch als Plattensee bekannt, erstreckt sich über 79km Länge und einer Breite von knapp 8km. Der Fluss Zala versorgt ihn mit reichlich Wasser, an seinen fast 200km langen Ufern erstrecken sich Strände, sumpfige Landschaften und vulkanische Bergzüge.

Auf einem der Vulkane lassen Dorothea und Lothar ihrem Wein seinen Charakter und ihrer Philosophie freien Lauf. Auf dem Badacsony, einem Tafelberg mit einem Umfang von 11km und einer Höhe von 437 Metern.

An einer seiner steilen Flanken wachsen die Reben eine wirklich besondern Tropfens, die Sorten von D‘Oro Vin. Der Basaltboden speichert die Wärme und gibt sie des nachts ab, der Balaton reflektiert die Sonne und streichelt die Trauben mit Wärme und Licht über den Tag.

Wir ernten nur reine Sorten,kein Cuvee. Wir lassen immer ausgären und stoppen nicht mit Schwefel.

Wir verzichten auf synthetische Spritzmittel und auf synthetischen Dünger auf dem kompletten Grundstück. Zwischen den Reben wachsen Kräuter, Gräser und Blumen. Je nach Wetter und Sonne werden unsere Weine jedes Jahr unterschiedlich.

Lothar Feneberg – D‘Oro Vin

Damit ist alles gesagt, hier stehen zwei Flaschen weißen Weines vor mir wie ich sie noch nie getrunken habe.

Beide der Rebsorte Kéknyelű, auch als Blaustängler bekannt, sehr selten geworden da der Anbau eine besondere Harmonie in Sachen Anbau, Boden und Klima erfordert, also viel Arbeit und Liebe, aber auch entsprechend des wechselhaften Wetters im Laufe der Jahre immer wieder nuancenreiche Geschmäcker hervorbringt, will sagen, hohe Qualität mit immer wieder anderen Farben auf der Zunge.

Der Kéknyelű ist ein heller, freundlicher Geselle. Und trotzdem sehr eigen im Geschmack. Der Basalt tritt klar hervor. Je nach Temperatur des Weines reicht sein Geschmack von frisch bis erdig, mineralisch. Der leichte Blaustängler passt hervorragend zu hellem Fleisch, knackig gedämpftem Gemüse und leichtem Käse. Huhn, Fisch und Kalb sind perfekt, helle Saucen, Kapern habe ich zu ihm probiert, passt.

Der Blaustängler ist ein besonderer Wein, nicht für jeden, aber seine Freunde lieben ihn.

Der mit 15,2% recht kräftige Bruder des Kéknyelű ist eine Spätlese. Spätlese ist ein Prädikat, eine Abstufung bei Prädikatsweinen. Wer tiefer in die Materie eintauchen will kann dies hier tun.

Ich saß hier mit meinem Freund Jaume, einem guten Freund der in Deutschland aufgewachsen ist und hier in einem Tal die Olivenplantage seines Großvaters übernommen hat als ich die Flasche aufmachte.

Nach dem ersten Schluck sagte Jaume mit seinem leichten schwäbischen Akzent: „Was für ein trockener Hund!“

Ja, ein trockener Weisser stand vor uns, goldgelb und satt mit einem Duft den man bei Weissweinen selten hat. Kraftvoll und herb und fruchtig.

Schwer und raumfüllend auf der Zunge, sehr mineralisch, ganz anders als das wann man aus mediterranen Anbaugebieten kennt. Wir waren hin und weg. Was für ein Tropfen!

Jaume brachte einen dem Camembert ähnlichen Rohmilchkäse aus Ziegenmilch mit, ein Weißsschimmelkäse mit viel Kraft im Geschmack. Dazu gab es Chorizo, die rote Wurst Spaniens und natürlich Oliven. Hellgrüne, zerdrückte und in viel Rosmarin eingelegte Oliven, herrlich bitter.

Das passte perfekt. Ich denke das der Kéknyelű ein grandioser Begleiter für Wildschwein-Gerichte ist, ein Platz der sonst nur den satten Rotweinen gehört.

Fazit: Dorothea und Lothar haben über viele Jahre mit viel Liebe und Arbeit etwas geschaffen worauf sie mit Fug und Recht stolz sein können. Weine die herausragen aus der Masse, Weine mit besonderen Merkmalen, besonderen Geschmäckern. Bestimmt nicht für jeden, aber für jeden der seine Zunge gerne herausfordert, seinem Gaumen gerne etwas Neues gönnt. Ich freue mich euch in Kürze die zweite Linie vom Balaton vorstellen zu dürfen, dieses wundervolle Paar hat nämlich noch einen lindenblättrigen im Angebot. Den Hárslevelű! Auf bald Freunde!

Mahalo!

http://dorovin.eu/index.html

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